Archiv für den Tag 20/08/2011

Cali, Kolumbien

Am 16. Sind wir nach Cali, Kolumbien geflogen, wo wir sehr herzlich von unseren „parientes“ Diego und Haydee empfangen wurden! Fuer die, die’s nicht wissen: Diego ist Sonias (= unsere Schwaegerin) Vater und so waren wir quasi auf Familienbesuch! Nachdem wir leider wieder recht lange bei der Migration verweilen mussten und ich dank Zufallsprinzip meinen Rucksack aufmachen musste, damit er nach Drogen durchsucht werden kann, konnten wir endlich nach knapp 2 Stunden unsere 2 Gastgeber begruessen! Diego sagte uns uebrigens, dass es ganz gut war, dass wir die Coca-Blaetter (die uns noch in Peru und Ecuador waermstens gegen die Hoehe empfohlen wurden) nicht mit nach Kolumbien genommen haben. Das haette noch zu diversen Problemchen fuehren koennen…

Diego hatte sich die ganzen Tage, die wir in Cali waren, extra fuer uns freigenommen (fuer die Trierer dieser Leserschaft: freigeholt;-)) und so haben wir mit ihm ein paar Ausfluege gemacht. Am ersten Tag haben wir uns den Hauptplatz, den Plaza de Caicedo, angeschaut, sind durch die Strassen geschlendert und haben uns den Zoo Calis angeschaut. Laut Mirko, ein guter Freund aus Koeln, den wir witzigerweise dort getroffen haben, soll dies der schoenste Zoo Lateinamerikas sein. Kann ich schlecht beurteilen, da ich die anderen nicht gesehen habe. Mein Fazit ist aber, dass der Zoo sehr schoen ist, gruen, tropisch, viele Tiere aus den verschiedensten Flecken der Erde, aber dass sie nicht sehr artgerecht gehalten werden. Wenn schon in Gefangenschaft, dann haben es die Tiere in der Zoom Erlebniswelt GE oder in Hannover besser. Abends haben wir uns dann mit Mirko und ein paar bunt gemixten anderen Touris getroffen, um irgendwo Cerveza und Salsa auszuprobieren, aber das hat nur so halb funktioniert, weil innerhalb der Woche die Bars schon ab halb eins zumachen… Dafuer konnten wir nach fuenf Stunden Schlaf am naechsten Tag immerhin mit klarem Kopf zur naechsten Tour aufbrechen. Es ging ins Cauca-Tal, wo wir lecker gegessen haben (in Cali haben wir glaube ich jeder 2kg zugenommen) und uns anschliessend die Hazienda El Paraíso angeschaut, eine grosse alte schoene Villa, die den Rahmen fuer einen bekannten kolumbianischen Liebesroman darstellt. Stefan und Sonia muessten sie kennen, oder?! Abends haben wir Diego und Haydee zum Essen eingeladen und es gab lecker Crepes…fuer Markus sogar mit Nutella;-).

Wir moechten uns an dieser Stelle nochmal ganz herzlich bei Haydee, Diego und auch bei Álvaro und José bedanken – fuer die drei schoenen Tage, fuer die Zeit, die sie sich genommen haben und die vielen Dinge, die wir ueber Cali und Kolumbien erfahren haben.

Heute ging es dann nach Santa Marta an der KaribikkuesteJ! Juchhuuuu, Sonne, Waerme (oder Hitze?!), Meer, Palmen…hier koennen wir bleiben!! Geplant ist ein Besuch im Tairona-Nationalpark und Tauchen :-)! Ich freu mich schon!

Da wir in Deutschland nun schon laengst nach0Uhr haben und heute ja der 20. August ist, schicken wir einen grosses Feliiiiiiz Cumpleaños nach Herten zu unserer Mama!! Witzigerweise ist Jimena, Diegos Tochter, also Sonias Halbschwester, derzeit in Herten und alle werden morgen/heute zusammen feiern!

Chao y hasta luego! M&M

Quito, Ecuador

Vom beschaulichen Puerto Lopez an der Pazifik-Kueste ging es mit dem Nachtbus weiter gen Norden in die Berge nach Quito, der Hauptstadt Ecuadors. Im Vergleich zu Peru ist uns dabei aufgefallen: Der Bus fuhr puenktlich los und kam sogar puenktlich an. Eine voellig neue Erfahrung im Urlaub! Und das, obwohl bei der Abfahrtszeit 20Uhr noch um fuenf vor acht alle draussen standen und Daeumchen drehten…

Quito ist eine sehr lebendige und schoene Stadt und im Vergleich zu anderen Grossstaedten Suedamerikas wie z.B. Lima viel sauberer, organisierter und mit vielen fertigen Haeusern. Meike hatte mal gehoert, dass in Peru aus steuerlichen Gruenden viele Haeuser nur halb fertig gebaut werden und deshalb die Metallstreben immer noch rausschauen. Das scheint in Ecuador anders zu laufen.

Da wir leider nur insgesamt 3 Tage in Quito verbracht haben, beschraenkten sich unsere Ausfluege auf die direkte Umgebung von Quito. Ein absolutes Muss: Mitad del Mundo oder auch der Aequator. Neben vielen anderen Touristen und Einheimischen hatten wir viel Spass auf der Aequatorlinie zu spazieren:-)! Was wir (erst) nicht wussten – und ich glaube ein Grossteil der anderen Touristen vor Ort ebenfalls nicht – Die auf dem rechten Foto abgebildete Aequatorlinie liegt ca. 240m suedlich des richtigen Aequators! Der im 18. Jahrhundert ermittelte Aequator, auf dessen Basis das Monument errichtet wurde, wurde von den Franzosen falsch berechnet. Da wir keine halben Sachen machen wollten, haben wir also gleich unseren Ausflug zum richtigen Aequator erweitert. Und was wir schon immer wissen wollten, haben wir mit eigenen Augen gesehen: Noerdlich der Aequatorlinie dreht sich das Wasser gegen den Uhrzeigersinn und suedlich im Uhrzeigersinn, waehrend es auf dem Aequator gerade abfliesst ;-).

Neben dem Aequator haben wir den Hausberg von Quito, Pichincha, bestiegen. Da uns jedoch schon auf ebener Strecke die Luft haeufig ausgeblieben ist – Quito liegt auf 2.800 m Hoehe – haben wir die Bergspitze auf 4.100 m Hoehe ganz bequem mit der Gondelbahn erreicht. Bei der Gondelfahrt fuehlte man sich doch direkt an den Skiurlaub erinnert ;-).

Am Dienstag ging es dann weiter vom teils doch sehr kalten Quito ins warme Kolumbien nach Cali!

Puerto López, Ecuador

Kurz muss an dieser Stelle die Fahrt von Cajamarca (noerdliche Anden Peru) nach Puerto Lopez (= Kueste Ecuador) erwaehnt werden. Ich gebe es ja zu, es ist nicht gerade um die Ecke, bei Google Maps habe ich grob 900-1000km ueberschlagen…aber dafuer haben wir glatte 45 Stunden gebraucht. Wir sind mit Bus, Taxi und Colectivo (so ne Art Grossraumtaxi in guenstig) gefahren und mussten insgesamt 7x umsteigen.Witzig war es dann an der Grenze. Bei der Migrationsbehoerde in Ecuador haben wir eine ¾ Stunde gewartet, um zu erfahren, dass die doch gar kein System haben, um Auslaender zu registrieren. Also ab zur naechsten Behoerde: Dort standen wir ganze 10 Minuten, bis einfach mal das Licht ausgegangen ist. Passiert halt mal… Der eigenwillige Migrationsmensch, der uns dann den Stempel verpassen sollte, hatte aber nicht so wirklich Bock und hat willkuerlich mal jemanden reingelassen, mal auch nicht… Haetten wir nicht auf der Fahrt dorthin einen total verrueckten Ecuadorianer kennengelernt, der die Beamten dort die ganze Zeit vollgequatscht hat und ihnen seine Taschenlampe geliehen hat, haetten wir dort wohl noch laenger als 2 Stunden verbracht…

Nun ja, endlich in dem suessen Fischerdorf Puerto Lopez angekommen, haben wir geguckt, was wir die naechsten Tage so Tolles machen koennen. Dabei stand eins ganz oben auf der Liste: Whale WatchingJ!!! Nachdem wir die Tour gebucht haben, haben wir uns bei wolkigem Himmel, aber trotzdem 25 Grad an den Strand gelegt! Am naechsten Tag dann leider die Nachricht, dass die Whale Watching Tour ausfaellt…Grund dafuer war ein Erdbeben im Meer und Minitsunami in Chile. Zwar liegt Chile ein paar tausend Kilometer suedlich von uns, aber die Behoerden waren trotzdem skeptisch und haben jegliche Meerestouren verboten, fuer 2 TageL. Haben die Zeit am Strand verbracht, gemerkt, dass trotz Wolken doch sehr viel Sonne durchkommt und dreimal im gleichen Fischrestaurant gegessen – lecker!

Am Samstag konnten wir dann doch die Tour machen: Erst sind wir zur Isla de la Plata geschippert (wurde als „Klein-Galápagos angepriesen, war aber deutlich weniger…) und haben dort ein paar witzige Voegel gesehen, z.B. Blue- und Red-footed Boobies. Auf dem Rueckweg haben wir dann die Wale beobachten koennen. Hammer, wirklich sehr, sehr beeindruckend! In den Monaten von Juni bis September kommen naemlich ganz viele Buckelwale aus der Antarktis (!) an die Kueste von Ecuador, um sich dort zu paaren und ihre „Babies“ zu bekommen (Den bis zu 4m grossen Nachwuchs, der bis zu 200l Milch taeglich trinkt als Baby zu bezeichnen, ist schon komisch…). Auf jeden Fall haben wir ziemlich viele gesehen, teilweise sind sie in etwa 5m Entfernung an unserem Boot vorbeigeschwommen. Aber am faszinierendsten fand ich, wie die Maennchen aus dem Wasser gesprungen sind (mehrere haben uns erzaehlt, um die Weibchen zu beeindrucken;-), wir wissen jedoch genau ob das stimmt oder ob wir veraeppelt worden sind 😉 und mit voller Wucht wieder reinfielen.  Aber es war auch sehr cool die Fluke zu sehen oder die Seitenflosse, wodurch es aussah, als ob der Wal „winken“ wuerde.

Abends ging es dann weiter nach Quito, der hoechsten Hauptstadt der Welt! Aber mehr dazu im naechsten Bericht…

Ps.: Noch eine kleine Handels-Anekdote: Markus und ich haben uns zwei Haengematten gekauft die eigentlich 44 $ kosten sollten.  Wir hatten aber (wirklich) nur 37,75$ dabei. Wir haben dem Verkaeufer all unser Geld gezeigt (30$ in Scheinen, den Rest in Kleingeld) und gehofft das er irgendwie darauf eingeht. Da nimmt der das komplette Kleingeld (also 7.75$) und drueckt uns stattdessen einen 10$-Schein in die Hand und sagt: „Hier, geht nach vorne und gebt das meiner Frau. Wenn ich’s fuer weniger als 40$ verkaufe, krieg ich Aerger.“ Geil, da weiss man, wer die Hosen anhat;-)…