Archiv für den Monat September 2011

Chichén Itzá, Palenque, Mexiko

Nachdem wir das Inselleben auf Isla Mujeres schweren Herzens verlassen haben, machten wir uns auf den Weg zu einem der neuen sieben Weltwunder: Chichén Itzá. Nach Machu Picchu, Tikal und Tulum war unser Ruinen-Sinn schon geschaerft und wir gespannt, was uns erwarten wird. Anfangs waren wir auch recht begeistert: Unser Guía erzaehlte uns viel ueber die einzelnen Gebaeude, es war noch angenehm heiß und nicht so viel los. Besonders die große typische Pyramide (castillo) ist sehr interessant. Die Maya sind ja bekannt dafuer, dass sie schon in der damaligen Zeit sehr fortschrittlich im Bereich der Mathematik und Astronomie waren. Und so haben wir erfahren, dass ein Maya-Jahr 365 Tage hat, die in 18 Monate à 20 Tage eingeteilt sind plus ein Monat mit 5 Tagen, die allerdings Pech bringen. Wer in der Zeit (= Anfang August) geboren wird, wird ein unglueckliches Leben haben… Auf jeden Fall macht jeder Teil des Castillos (s. rechts) Sinn:

– Die vier Seiten sind alle gleich aufgebaut und haben genau 90 Stufen. Zusaetzlich gibt es fuenf Hyroglyphen oben auf der Pyramide: 4 x 90 + 5 = 365 (Tage des Jahres).

– Dann hat jede Seite seitlich der Stufen 9 Ebenen, also jeweils 2 x 9 = 18 (Monate pro Jahr)

– Auf den Ebenen sind einzelne Bloecke zu sehen. Die unteren 8 Ebenen haben 3 und die oberste Ebene 2 Bloecke: 8×3 +  1×2 = 26 Bloecke. Da auf beiden Seiten der Stufen die Ebenen sind: 2 x 26 = 52 : So viele Jahre dauert eine Kalender-Periode der Maya.

Uns wurde noch mehr ueber das Castillo erzaehlt und es ist auch alles logisch, aber nachdem wir eine ¾ Stunde davor standen und unser Guía wild mit Zahlen rumhantiert hatte, wollte unser hitzegeplagtes Gehirn die ganzen Sonnen-, Mond- und Jahreszahlen nicht mehr speichern. Ich koennte mir aber gut vorstellen, dass ich mir ein Buch kaufe und alles nachlese, weil es schon sehr spannend war.

Was gab es dort noch zu sehe? Reichlich durch Reliefs dekorierte Totenkopf-, Jaguar-, Kriegertempel, ein Observatorium und einen Ballspielplatz, wo frueher Mayakaempfer gegeneinander antraten. Der Gewinner (!) durfte im Anschluss geopfert werden, was für ihn eine große Ehre darstellte!

Insgesamt haben wir sehr viel Interessantes ueber diese alte Ruinenstadt erfahren und mal wieder kann man staunen, wie es einem Volk, das vor zig Jahrhunderten gelebt hatte, gelungen ist, eine so riesige Stadt mit diesen astronomischen und kuenstlerischen Details zu errichten. Unsere Euphorie senkte sich allerdings deutlich, als wir merkten, dass sich das ganze Areal von Chichén Itzá gegen 12Uhr mittags in einen reinen touribevoelkerten Jahrmarkt verwandelt hatte. Mittlerweile waren naemlich die Touribus aus Cancún angekommen, durch die gefuehlte 10.000 Amis ploetzlich hereinschwappten. Außerdem hatten sich an jeder (wirklich jeder) Ecke fliegende Haendler versammelt, die jedem versprachen, dass alles „casi gratis, almost free“ waere und einem für Spanischkenntnisse doch einen Extrapreis machen wuerden. Wenn das allerdings ALLE sagen und man ungelogen alle 10Sekunden angesprochen wird, ob man nicht doch ein schicken Chichén Itzá-T-Shirt oder irgendwelche glitzernde Wanddeko haben moechte, dann wundert man sich doch irgendwann. Gekauft haben wir natuerlich trotzdem was;-), es gab auch ein paar schoene Sachen. Aber verglichen mit den bisherigen Ruinen, wo bisher wirklich die Ruinen im Vordergrund standen (auf Machu Picchu gibt’s bspw. weder Trinken, Deko noch Toiletten), hat uns Chichén Itzá in dieser Hinsicht ein wenig enttaeuscht.

Weiter ging es im (mal wieder) unterkühlten Über-Nacht-Express nach Palenque, in die regenreichste Stadt Mexikos…hm, nach einigen Wochen Sonne und Karibik pur, klingt diese Beschreibung erst einmal nicht sonderlich verlockend. Aber von Leuten, die wir getroffen hatten, haben wir gehört, dass die Maya-Ruinen dort ganz, ganz toll sein sollten! Nach dem interessanten, dennoch überlaufenen Chichén Itzá, waren wir also gespannt, ob Palenque wieder ein bisschen weniger touristisch sein würde. Und so war es auch: Es war erstaunlich wenig los, es hat erstaunlich wenig geregnet und es war erstaunlich schön. Wir haben etwas abseits der Stadt mitten im Regenwald bei „Margarita y Ed“ übernachtet, die uns ein paar interessante Ausflüge empfohlen haben: Wasserfälle und die Ruinen von Palenque waren das Ergebnis. Eine Regenwaldtour sollte eigentlich auch noch stattfinden, aber 1. war die morgens um 7Uhr… und 2. hatte es die Nacht so extrem geschüttet, dass wir kletschnass geworden wären. Und bei der Luftfeuchtigkeit trocknen die Klamotten ja eh nicht…

Am Dienstag ging es also zu zwei Wasserfällen. Der erste, Misol-Ha, war eine halbe Stunde von Palenque entfernt, ca. 30m hoch, sehr wasserreich und laut. Sehr schön war, dass wir recht früh morgens da waren und die Sonne gerade über dem Wasserfall emporstieg. Man konnte auch hinter die Wasserwand gehen, was Markus auch getan hat und komplett nass wieder hervorkam. Gut, dass wir noch weiter mussten;-)… Die zweiten Wasserfälle hießen „Agua Azul“ und sind, wie der Name verrät, bekannt für ihr blaues Wasser. ABER: Wir waren in der Regenzeit da und da es anscheinend die Tage zuvor ordentlich geregnet hatte, war das türkisblaue Wasser einer braunen Brühe gewichen, die sogar bis auf den normalen Gehweg kam. Über mehrere Kilometer erstrecken sich diese vielen Wasserfälle, die durch die Größe und ihre Wucht schon beeindruckend waren. Zwischen einzelnen Kaskaden, an den…ähm…“ruhigeren“ Stellen, sagten Schilder übrigens, dass man dort auch baden könnte…aber seht euch die Strömungen auf dem Bild selbst an, da wäre aus der Bademöglichkeit schnell eine ideale Wasserfall-Rutschpartie geworden, Überlebensgarantie nicht inklusive. Naja, eigentlich war es schon schön, nur leider nicht ganz das, was wir erwartet hatten.

Am Mittwoch haben wir uns dann die Ruinen von Palenque angeschaut. Ursprünglich hieß die Maya-Stadt Lakam Ha, was so viel wie „viel Wasser“ bedeutet. Erst durch die Spanier entstand der heutige Name Palenque. Unser Guía Erick hat uns ganz viel über die verschiedenen Herrscher, die Größe und die Geschichte der Stadt erzählt. Bspw. wurden bisher erst 2% des gesamten Stadtareals ausgegraben, nur die wichtigsten Gebäude, wie der Palast, der Tempel der Inschriften (s. links) und verschiedene andere Tempel, ein Wachturm,  Grabstätten etc. Die restlichen 98%, in denen einst das normale Fußvolk lebte, sind also weiterhin erstmal verschollen, bis die mexikanische Regierung oder ausländische Unterstützer die nächsten Ausgrabungen fördern werden…

Am gleichen Tag abends sind wir auf einer Nachtfahrt nach Mexiko-Stadt gefahren. Nachdem wir morgens und mittags noch den Zócalo/Hauptplatz, die Kathedrale und ein paar Nebenstraßen dieser riiiiesigen Stadt erkundet haben, hieß es für Markus und mich abends: Adiós México und es ging zurück nach Alemania. Manja ist noch zwei Tage länger geblieben, bis es auch für sie mit leider 10stündiger Verspätung wieder nach Frankfurt ging.

Tja, und nun sind wir wieder alle in Deutschland und sind begeistert von dem, was wir gesehen, erlebt, gegessen, getrunken, erfahren, gefühlt und gelernt haben. Mal schauen, wann es wieder soweit ist, denn eines steht fest: Lateinamerika hat uns nicht zum letzten Mal gesehen!

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Tulum, Isla Mujeres, Mexiko

Viva Mexiko! Nach ca. 10 Stunden Fahrt mit einem kurzen Abstecher in Belize sind wir endlich in Mexiko genauer in Tulum an der Karibik Kueste angekommen. Waehrend Manja und Meike ein Hostel für die naechsten Tage gesucht haben, habe ich brav auf das Gepaeck aufgepasst und mir dabei die Sonne auf den Bau scheinen lassen. Ein erster herrlicher Eindruck auf das was in den naechsten Tagen noch kommen sollte: blaues, glasklares Wasser, Sonne und weisser Sandstrand. Einfach genial! Gewohnt haben wir in einem Cabana im Hostel Zazilkin (da wir uns den Namen zunaechst nicht merken konnten hiess es einfach nur Zaziki ;-).Die Cabanas waren zwar nur ganz einfach, drei Betten mit einem Dach ueber dem Kopf, aber insgesamt ok und super gelegen, weil unmittelbar am hauseigenen weissen Strand 😉  So haben wir denn auch quasi jede freie Zeit dort verbracht. Und wenn es mal wieder geregnet hat, was recht haeufig Nachmittags gegen 14/15 Uhr der Fall war, dann hat man sich in das 30 Grad warme Wasser „zurückgezogen“. Doch Tulum ist nicht nur für seine tollen Straende bekannt sondern vor allem für zwei Dinge: die alte Maya Stadt direkt an der Kueste und für Cenote Diving.

Die Ruinen von Tulum waren nur ca. 10 Fussminuten von unserer Unterkunft weg, so dass wir uns eines Nachmittags in der prallen Nachmittagssonne auf den schweisstreibenden Weg dorthin gemacht haben. Im Gegensatz zu den Ruinen von Tikal waren, diese alle freigelegt und nicht mehr im Wald versteckt. Trotz der Hitze haben wir es 2 bis 3 Stunden lang „ausgehalten“ und wir waeren gerne laenger geblieben, jedoch hat uns die Sonne arg zu schaffen gemacht, so dass wir eher nach Hause sind um ins Meer zu springen und abzukuehlen.

Nach unseren Tauchgaengen in Taganga habe war Meike und mir klar, noch mal tauchen zugehen. Nach laaangem Ueberlegen habe ich mich dazu durchgerungen in Tulum in einer Cenote zu tauchen. Meike dagegen hat sich nach gerademal 7 Tauchgaengen noch nicht getraut in einer Hoehle zu tauchen, was ich auch gut nachvollziehen konnte. Der Gedanke nicht jederzeit auftauchen zu koennen, nur am Eingang der Hoehle, war auch fuer mich stark gewoehnungsbeduerftig. Nach zwei Tauchgaengen in Calavera und Grand Cenote kam ich jedoch aus dem Staunen nicht mehr heraus, einfach der Wahnsinn!!! Die Grand Cenote bot zum Einstieg ein herrliches Unterwasserlichtspiel im Schatten von vielen Stalagmiten und Stalagtiten. Calavera war dagegen viel kleiner, enger und dunkler. Das ganz besondere war dort das Zusammenspiel von Suess- und Salzwasser. Sobald man in die  Uebergangsschicht zwischen Suess- und Salzwasser kam und beides verwirbelte, bildete sich ein Flimmern wie am Horizont einer heissen Teerstrasse und man sah quasi nur noch schemenhaft die Umrisse der Hoehle oder auch des Tauchpartners vor einem 😉 Nach zwei mal 40 Minuten war Ende und ich total begeistert. So sehr ich vorher nervoes war, bereut habe ich es nicht, ganz im Gegenteil, es ist sehr zu empfehlen!

Nach dem beschaulichen Oertchen Tulum ging es ab in DAS Touri-Mekka der Amis nach Cancun. Da wir jedoch keine Lust auf das Mallorca der Amis hatten, sind wir weiter zur Isla Mujeres gefahren, ca. 30 Minuten Bootsfahrt vor der Küste Cancuns. Waehrend wir in den meisten Urlaubsstationen zuvor meist nur Tourismus in den Kinderschuhen erlebt haben, war die Isla Mujeres der krasse Gegensatz: Grosse Hotel Burgen direkt an den Strand gebaut und auch der Strand war kuenstlich angelegt, nachdem dieser durch einen Hurrikane im Jahr 2005 weggespuelt wurde. Dennoch war der Strand traumhaft schoen, an einigen Stellen konnte man ca. 150 Meter weit ins seichte Wasser gehen. Ok ich, Meike und Manja sind schon (kurz) vorher untergegangen 😉

Eine Besonderheit der Region und der Jahreszeit zwischen Juli und September ist das Whale-Shark-Snorkeling. Whale-Shark oder Walhaie sind die weltweit groessten Fische, die bis zu 14m lang werden koennen, aber ganz sanftmütig sind und vegetarisch von Plankton leben. Aufgrund der warmen (Wasser-)Temperaturen verbringen die Walhaie ihre Paarungszeit vor der Kueste Yucatans und die Touristen wie wir bekommen die Möglichkeit mit den riesen Fischen zu schnorcheln. Manja und ich haben es gewagt und sind zu den Walhaien ins Wasser gesprungen. Bis auf wenige Zentimeter konnte man an die Walhaie herankommen und wer wollte haette diese auch „streicheln“ koennen. Das habe ich mich nicht getraut, dafuer war ich von der Groesse und Kraft der Tiere zu sehr beeindruckt. Insgesamt ein wahnsinninges Erlebnis.

Und weil wir vom Wasser nicht genug bekommen konnten und Meike und ich nochmal tauchen wollten, haben wir zwei Tauchgaenge vor der Isla Mujeres unternommen. Der erste Tauchgang fuehrte uns in ein kuenstlich angelegtes „Museum“. Dort wurden Statuen im Wasser versenkt und jetzt wird gewartet bis die Unterwasserpflanzen- und Tierwelt das Museum einnehmen. War nicht so spannend, da noch einfach zu neu angelegt und es nicht viel zu sehen gab. Umso spannender war der zweite Tauchgang, der wohl schoenste aller meiner Tauchgaenge bisher. Die Bedingungen waren perfekt: kristallklares, 30 Grad warmes Wasser und beste Sicht. Ca. 45 Minuten konnten wir endlich mal ohne Tauchübungen einfach nur Fun-diven und die unglaubliche Korallen-Landschaft sowie die Unterwassertierwelt geniessen. Neben einer Tortuga (Schildkroete) haben wir einen Baracuda, Rochen und viele, viele bunte Fischschwärme gesehen. Leider sind unsere Unterwasserbilder hier nichts geworden. Unsere Unterwasserkamera von Müller, die bis 3m „zugelassen“ war, hat die 18m Tauchgaenge in  Taganga nicht so gut ueberstanden. Aber die Erinnerungen kann uns keiner nehmen. Nach knapp 4 Tagen haben wir nur schweren Herzens Isla Mujeres wieder verlassen und es geht weiter nach Chichen Itza. Aber auch hierhin werden wir bestimmt wieder kommen!

Guatemala

Kolumbien und Panama waren gestern, heute sind wir in Guatemala. Die erste Ueberraschung gab es schon im Flugzeug: Wir hatten zwar die guenstigsten verfuegbaren Plaetze gebucht, die jedoch waren – wie wir mit grossem Erstaunen festgestellt haben – in der Business Class 😉 So sassen wir locker und laessig in kurzer Hose und T-Shirt neben Geschaeftsleuten im Anzug und Krawatte im Flugzeug von Panama nach Guatemala mit kurzem Zwischenaufenthalt in Costa Rica 😉 In Guatemala traf Meike und mich fast der Schock: laeppische 23 Grad und Regen, da kamen fast die ersten Urlaubsdepressionen auf 😉 Manja hat uns vom Flughafen abgeholt und zusammen sind wir den restlichen Urlaub gereist.

Die erste Station war am naechsten Morgen Antigua, eine kleine gemuetliche Stadt am Fusse gelegen von drei Vulkanen, die die Stadt auch schon einige Male zerstoert haben. Das wohl witzigste war jedoch die Fahrt dorthin und zurueck: Mit einem Chicken Bus (s. Foto rechts)  ging es mit (aus meiner Sicht) viel zu hohen Geschwindigkeiten eine Stunde lang über Stock und Stein nach Antigua. Ganz nach dem Motto „wer bremst verliert“ ging es ungebremst in die Kurven, wobei die gesamte Busbesatzung nach links oder rechts rutschte. So lernte man schnell seinen Sitznachbar kennen 😉

Von den warmen Tagen auf San Blas verwoehnt, haben wir ganz schnell entschlossen das „kalte“ Guatemala City zu verlassen: Mit dem Nachtbus ging es nach Flores mitten im Regenwald: Von dort aus sollte unser naechstes Ziel Tikal sein, eine alte Maya Hochburg und das Touri-Highlight der Region. Besonders zu erwaehnen, weil das coolste Hostel der Reise bisher, das Hostel „Los Amigos“. Von aussen unscheinbar, aber innen war es echt klasse. Das gesamte Hostel war bestand aus vielen verwinkelten Zimmern und inmitten viele tropischen Pflanzen. Unser „Zimmer“ war quasi ein kleiner Anbau bestehend nur aus einem Alu-Dach und Plastikplanen an der Seite und innen vier Doppelbetten. Am Eingang oder unter meinem Bett lag jeden Tag ein Wach-Hase, der wohlgenaehrt laengst in den Ofen haette gekonnt  😉 Neben dem Hasen gab es noch zahlreiche andere Haustiere wie einen Hund, Katze, Schildkroete und unendlich viele kleine Leguane die alle frei herumgelaufen sind.

Von dort ging es zu unmenschlicher Zeit um 7 Uhr morgen los nach Tikal. Die Stadt liegt mitten im Wald und nur die groessten Tempel ragen über die Baumwipfel. Bei drueckenden Temperaturen haben wir es dennoch rund 7 Stunden „ausgehalten“. Wo immer es erlaubt war, sind wir die Tempel raufgeklettert. Und da wo es nicht erlaubt war, aber keiner hingeschaut hat, auch (s. rechts 😉

Besonders beeindruckend waren die beiden Tempel I und II, die den Kern der Stadt bildeten und auch Papa und Mama genannt wurden. Warum weiss ich leider nicht ;-( Auf dem linken Bild ist „Papa“ und rechts „Mama“ zusehen.

Nach Tikal ging es in einer Tagestour mit dem Bus über Belize nach Chetumal und am selben Abend noch weiter nach Tulum in Mexiko, wo uns endlich wieder traumhafte Karibik Straende erwartet haben 😉

Cartagena, Kolumbien nach San Blas, Panama

Cartagena ist eine der vielen alten und historischen Städte in Kolumbien. Schön in guter Lage an der Karibik gelegen, war sie einst eine sehr wichtige spanische Hafenstadt, von wo aus die zahlreichen Bodenschätze der Neuen Welt nach Europa geschippert wurden. Dadurch war die Stadt natürlich auch interessant für Piraten und nachdem sie zigmal überfallen worden ist, wurde eine riesige Stadtmauer und eine ne Art Burg (castillo) gebaut, um Cartagena zu schützen. Das alles kann man heute auch noch sehen: Bei einem Rundgang durch das historische Viertel fühl man sich in „Fluch der Karibik“ versetzt, so süß und alt und piratentypisch sehen die ganzen Gassen und alten Häuschen aus. Das Castillo war auch sehr beeindruckend, wobei uns aber die 40Grad und die wenigen Schattenplätzchen ordentlich zu schaffen machten…

Von Cartagena aus ging es dann weiter Richtung Panama. Da Fliegen uns zu teuer war und es wohl auf dem Landweg keine passierbare Grenze gibt, haben wir uns für die Segeltour entschieden. Wir sind dann also mit unserem französischen Kapitän Michel, seinem Schiff „Corto“, einem Schweizer und zwei Holländern 5 Tage in der Karibik unterwegs gewesen. Die ersten zwei Tage bzw. Nächte waren dabei etwas anstrengend. Entgegen gutgemeinter Ratschläge haben wir die Nacht vor unserer Abfahrt eine ziemlich CubaLibre-lastige Chiva-(Bus-)Tour durch Cartagena gemacht, die uns, bzw. mir am nächsten Tag doch noch ein bisschen im Magen lag. Die Konsequenz dieses witzigen Abends war nämlich, dass ich mich nach nur 1 Stunde Seefahrt am liebsten über die Reling gehängt hätte… Michels Tipp, ich solle mich doch unten in unsere Kabine legen, funktionierte auch, es ging mir deutlich besser, aber die Hitze und das heftigste Gewitter, das wird je miterlebt haben, versüßten die Nacht nicht unbedingt. Nun gut, am 2. Tag hatte ich mich wieder gefangen und am 3. Tag kamen wir in den paradiesischen SanBlas-Inseln an. Ein Traum, sage ich euch, es war einfach wunderschön!! Diese Inselgruppe, die von dem indigenen Volk der Kuna bewohnt wird, besteht aus mehr als 300 Inselchen, die oft nur ein 30m breiter Sandhaufen mit 50 Palmen drauf sind, von quasi durchsichtigem Wasser umgeben… Die drei Tage, die wir auf den Inseln verbracht haben, bestanden im Prinzip aus Schwimmen, Plantschen, Schnorcheln, Paddelboot
– oder Kanufahren, Lesen, Essen, Staunen und große-Augen-bekommen. Das Ganze wurde aber auch durch Michel einfach unvergesslich: Da er die Tour schon seit ein paar Jahren fährt, kennt er die Inseln und auch einige Kunas sehr gut, hat uns mit einer bewundernswerten Ruhe durch das böse Gewitter manövriert, hat uns einige sehr schöne Flecken auf San Blas gezeigt und viel über die Geschichte und die Leute erzählt und ist nebenbei noch ein ausgezeichneter Koch: So gab es 2x fangfrische Langusten, Hühnchen, selbst gemachte Guacamole und zu Markus‘ Leidwesen und meiner Freude jeden Abend exotische Früchte:-)! Für diejenigen, die diesen Trip vielleicht auch machen möchten, hier Michels Homepage: http://sailpanamatocolumbia.webs.com/.

Etwas traurig sind wir schließlich an der panamaischen Nordküste angekommen, von wo aus wir in mal wieder total unterkühlten Bussen nach Panama-Stadt gefahren und am nächsten überraschenderweise in BusinessClass weiter nach Guatemala-Stadt geflogen sind, wo Manja schon auf uns gewartet hat! Hasta luego, Colombia, wir kommen wieder!